Sieg - dank Streichergebnis!
Der Sieg der Reiterinnen und Reiter des RFV Darmstadt-Arheiligen zeigte mal wieder, dass eine solide, geschlossene Mannschaftsleistung siegentscheidend ist - und mindestens eine vielseitiges Paar im Team. Eine gute Leistung in der Dressur legte wieder den Grundstein des Erfolges - und eine Dressurreiterin, die sich mit demselben (Dressur-)Pferd auch ins Springen "wagte". Fast hätte Nicole Windhaus - in der Dressur mit 7,2 eine der besten - im Springen bei der Aufregung noch den letzten Sprung vergessen, da kam die Erinnerung von der Tribüne. Schnell noch das letzte Hindernis mitgenommen und glücklich durchs Ziel. Mit insgesamt 12 Strafpunkten lieferte sie das "Streichergebnis" ihrer Springmannschaft.
Von "Streichergebnis" konnte keine Rede sein - es war mit das wichtigste Ergebnis des Tages. Ein Blick in die Ausschreibung machte klar, wie entscheidend jener Ritt war: Denn die mit jeweils zwei zweiten Plätzen in Springen und Dressur vermeintlich in der Gesamtabrechnung vorn liegende Mannschaft der RSG Fallbachtal hatte keinen Reiter, der auf dem selben Pferd Dressur und Springen ging. Sieg für Darmstadt - und leider aus der Traum für alle anderen. Doch auch jene von Fritz Steinkrauß betreute Mannschaft der RSG Fallbachtal ließ sich den Spaß am gemeinsamen Turnierauftritt nicht verderben und war sichtlich eine der fröhlichsten auf der Ehrenrunde. Das nennt man "Teamgeist".
"Lob & Tadel"
Bei dem großen Aufmarsch der Vereine zur Siegerehrung, fröhlich angeführt von HRFV-Geschäftsführer Robert Kuypers als Steward, zeigte sich die Verbandsvorsitzende von Hessen-Nassau, Erika Born, bei aller Freude über das wieder schöne Gesamtbild doch ein wenig enttäuscht darüber, dass nach 23 gemeldeten Mannschaften mit insgesamt 16 startenden Teams das Teilnehmerfeld dieses wichtigen Wettbewerbs in diesem Jahr unter ihren Erwartungen blieb.
Bei Analyse der möglichen Gründe für die Resonanz mag der Termin ein Grund sein: Noch vor Beginn der eigentlichen Turniersaison, wenn die Pferde - und Reiter - erst wieder aus dem Winter kommen, ist wohl früh. Auch wurde am Rande der Bande moniert, dass in einem A*-Springen der Einsatz bereits S-erfahrener Pferde über vordere Ränge mitentscheidend sein könnte.
Doch das Ergebnis zeigte, dass man damit das Feld nach der Dressur aufrollen, aber allein damit diesmal nicht auf Platz Eins kommen konnte. So wurde es insgesamt als beachtenswertes Ergebnis gesehen, dass im Springen mehr als 30 Paare Null gingen - auch wenn hier und da mehr das Pferd als der Reiter das Hindernis meisterte. Aber man stimmt sich ja erst wieder gemeinsam auf die Saison ein. Nur möge man in Zukunft auch ein Auge darauf haben, wenn sich annähernd 30 Reiter und Pferde zeitweise zeitgleich in der Abreitehalle sich drängeln. (Es waren es 24.)
Bemerkens- und lobenswert ist wieder mal, wie der veranstaltende Verein vom RFV
St. Georg Oberursel-Bommersheim sich Jahr für Jahr Mühe gibt, für alle
in Hessen-Nassau ein einladendes Mannschafts-Turnier auf die Beine zu stellen. In Zeiten
mit Herausforderungen bei der Sponsoren-Akquise und bei der Motivation der
"Manpower" in den Vereinen ist das eine Leistung.
Jan Reumann
ERGEBNIS
1. RFV Darmstadt-Arheiligen
2. RFV Lich
3. RFV St. Georg Drommershausen
Sieger Teilprüfung Mannschafts-Dressur:
RFV Darmstadt-Arheiligen
Sieger Teilprüfung Mannschafts-Springen:
RSG Fasanenhof
Detaillierte Ergebnisse hier